Bericht zur Bürgerfahrt nach Torgau vom 30.06. bis 03.07.

Als Teilnehmerin an der Bürgerfahrt nach Torgau hat Brigitte Stegmaier einen anschaulichen Bericht geschrieben. Viel Spaß beim Lesen.

 Die Reisegruppe vor dem Rathaus Torgau

29 Reisende freuten sich auf die Bürgerfahrt, die unter dem Motto „Gärten“ stand und uns bis nach Torgau zur Landesgartenschau Sachsen führte. Die Reise begann am Donnerstag pünktlich um 07:30 Uhr – bei bestem Sommerwetter. Da kann doch gleich bei den Teilnehmenden gute Laune auf.

Die erste Station unserer Reise war Erfurt, Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen. Nach einem leckeren Mittagessen im Gasthof Schloss Hubertus warteten zwei Gästeführer für unsere erste Besichtigung auf dem Petersberg auf uns.

Paradiesgärten – Gartenparadiese“

Die Ausstellung schlägt den Bogen von der Klosterkultur des Mittelalters zur Gartenkunst der höfischen Epoche. Im Mittelpunkt stehen neben dem früheren Peterskloster elf Gartendenkmale der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die europäische Entwicklungen von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert widerspiegeln. Die Ausstellung fügt sich kongenial in den ehemaligen Sakralraum ein und entführt zugleich mit einer atmosphärischen und multimedialen Inszenierung in das Reich der Gartenkunst. Licht und Klang, Schatten und Stille spielen dabei eine große Rolle.

In Torgau angekommen, bezogen wir unsere Hotelzimmer. Anschließend ging es gemeinsam zum Abendessen in das griechische Lokal „Santorini“. Dort wartete ein Aperol-Spritz und ein griechischer Vorspeiseteller auf uns. Alle fühlten sich sehr wohl und genossen den schönen Sommerabend. Müde und satt beendeten wir den ersten Tag unserer Reise.

Der zweite Tag, Freitag, war unser „Torgau-Tag“.

Um 10 Uhr empfing uns Frau Oberbürgermeisterin Romina Barth im wunderschönen Rathaus der Stadt. Bei Getränken und Keksen wurden wir mit einem Film über die Stadtentwicklung informiert Nach dem Empfang ging es in zwei Gruppen zur Stadtführung. Wir bekamen über die Stadt und ihre Geschichte viel zu hören. Zum Reiseplaner hinzufügen/entfernen

Ein Stadtbummel durch die historische Altstadt von Torgau gleicht einer Zeitreise in die Renaissance. Besonders beeindruckend ist der Markt mit dem Renaissance-Rathaus und dem Ensemble prächtiger Patrizierhäuser. Zudem befinden sich in der Stadt das älteste Spielwarengeschäft Deutschlands und eine der ältesten Apotheken Sachsens, die Mohrenapotheke. „Torgaus Bauten übertreffen an Schönheit alle aus der Antike“, hat Martin Luther gesagt. Das gilt damals wie heute: 500 Baudenkmale im Stil der Renaissance und der Spätgotik machen Torgau in Sachsen zu einem städtebaulichen Kleinod von internationalem Rang.

Das beeindruckendste Bauwerk der Stadt ist Schloss Hartenfels mit dem großen Wendelstein: Wie ein Schneckenhaus führt die elegant gewundene steinerne Treppe nach oben.  Die Schlosskirche wurde nach Luthers Vorgaben errichtet und vom Reformator 1544 persönlich geweiht. Doch nicht nur Luther selbst wird in Torgau geehrt. 1552 floh seine Witwe vor der Pest mit ihren Kindern nach Torgau, wo sie kurz darauf verstarb. In ihrem Sterbehaus erinnert ein Museum an die „berühmteste Pfarrfrau der Welt“, Katharina von Bora. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, damit jeder Torgau für sich genießen konnte. Zum Abendessen ging es gemeinsam in das Restaurant „Herr Käthe“, nach der Frau von Martin Luther benannt.

Schloss Hartenfels

Der dritte Tag unserer Reise führte uns zur „Landesgartenschau Sachsen“, die in Torgau zu besuchen ist. Viel Grün, viele verschiedene Blumen und Attraktionen für Kinder und Jugendliche waren zu sehen und wir wurden wieder in zwei Führungen zu den wichtigsten Punkte der Landesgartenschau geführt. Und dann wurden wir vom Team, das immer mit einem Stand zum Sindelfinger Weihnachtsmarkt kommt, mit Häppchen und Getränken überrascht. Alles war liebevoll zubereitet und schmeckte lecker. Danach war Zeit, alleine über das Landesgartenschaugelände zu gehen, um die Eindrücke wirken zu lassen.

Am Abend besuchten wir noch den Kegelsportverein SSV 1952 Torgau. Dort wurden wir sehr herzlich aufgenommen und mit Getränken, gegrillten Steaks, Bratwürsten und verschiedenen Salaten verwöhnt. Und der Höhepunkt: Jeder und Jede durfte kegeln. Die Kegelbahnen gehörten uns! Dies wurde auch tüchtig genutzt und hin und wieder wurden „alle Neune“ geworfen. Es war ein schöner, lustiger Abend und später am Hotel ließen wir ihn dann noch fröhlich ausklingen.

Der vierte und letzte Tag unserer Bürgerfahrt begann sehr früh um 7.30 Uhr mit der Abfahrt nach Bayreuth. Im Gasthof Frankenfarm machten wir unsere Mittagsrast; danach fuhren wie zu unserer Parkanlagenführung „Zauberhafte Eremitage“ weiter. Dort wurden wir bereits wieder von den Stadtführerinnen erwartet. Die Eremitage in Bayreuth ist eine ab 1715 entstandene historische Parkanlage mit Wasserspielen und Bauwerken, die zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört. Dort befinden sich auch das sogenannte Alte Schloss, das Neue Schloss sowie weitere kleinere Gebäude. Gegliedert ist sie in einen Landschaftspark, einen geometrisch angelegten barocken Garten und einen zum Wald verwilderten Bereich. Die Eremitage ist offiziell auch ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Bayreuth. Der Landschaftspark ist ein Kleinod des Rokokos und ein Musterbeispiel der Gartenbaukultur des 18. Jahrhunderts. Er ist abwechslungsreich gestaltet, mit einer Grotte, künstlichen Ruinen in Form eines Ruinentheaters, einem antiken Grabmal, der Eremitage für den Markgrafen Friedrich III. und verloren gegangenen Eremitage für die Markgräfin Wilhelmine sowie einer Reihe von Brunnen. In den Parks der Romantik entstanden auch viele versteckte Winkel und sich ständig wandelnde An- und Einsichten. Der Garten ist in geometrische Bezirke mit Bosketten, Alleen und Wasseranlageneingeteilt. Das Ganze ist halbkreisförmig umgeben von dichtem Laubwald.

Nach dieser sehr schönen und interessanten Führung ging unsere Fahrt unterbrochen durch eine kleine Kaffeepause weiter nach Sindelfingen.

In einem waren wir uns alle einig, Es war eine schöne, harmonische Reise. Trotz der starken Hitze hatten wir erlebnisreiche Tage.

Text: Brigitte Stegmaier, Fotos: Bettina Schneider

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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