{"id":3458,"date":"2016-08-31T23:33:02","date_gmt":"2016-08-31T21:33:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ispas-ev.de\/?p=3458"},"modified":"2017-02-11T11:49:48","modified_gmt":"2017-02-11T10:49:48","slug":"chelm-reisereime","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ispas-ev.de\/?p=3458","title":{"rendered":"Che\u0142m Reisereime"},"content":{"rendered":"<h5>ISPAS-B\u00fcrgerreise nach Che\u0142m, 07. \u2013 12. 07. 2016.<\/h5>\n<p>Erw\u00fcnscht oder doch nicht?<br \/>\nMein kommentierender Bericht,<br \/>\nGanz subjektiv, vielleicht auch schief,<br \/>\nZusammengefasst, wie alles so lief<br \/>\nauf der 1. B\u00fcrgerfahrt in die Partnerstadt Che\u0142m,<br \/>\nmit bunten H\u00e4usern, Kreidestollen und Dom.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 07.07.16<\/strong><\/p>\n<p>EM \u2013 und albtraumartig ist die Nacht,<br \/>\nHat mich um meinen Schlaf gebracht.<br \/>\nEs ist ein richtiger Graus,<br \/>\nHauen die Franzosen uns raus?<br \/>\nNiemand bringt den Ball rein,<br \/>\n\u00dcberall steht ein franz\u00f6sisches Bein!<br \/>\nJetzt ein Pfiff \u2013 das Spiel ist aus. &#8212;<br \/>\nAufgeschreckt im Bett sitz\u2018 ich schon,<br \/>\nDoch war das nicht ein ganz anderer Ton?<br \/>\nKein Pfiff, sondern mein Wecker nur,<br \/>\nBin erleichtert zur\u00fcck auf der richtigen Spur.<br \/>\nStehe dann schnell auf, weil ich muss,<br \/>\nDenn um 8 Uhr f\u00e4hrt ja schon unser Bus.<br \/>\nBringt uns zum Flughafen hin,<br \/>\nDenn Polen steht uns im Sinn.<br \/>\nChe\u0142m, die Partnerstadt, ist unser Ziel<br \/>\nUnd von der Reise erwarten wir viel.<br \/>\nDa von ISPAS als B\u00fcrgerfahrt organisiert,<br \/>\nIst viel Interessantes gleich garantiert.<\/p>\n<p>Verhei\u00dfungsvoll ist schon der Start,<br \/>\nSo ganz nach Traditions-Sommer-Art.<br \/>\nAusnahmsweise ist n\u00e4mlich der Himmel blau,<br \/>\nOhne das \u00fcbliche 2016-Grau.<br \/>\n37 freundliche Gesichter strahlen um die Wette,<br \/>\nViele bekannte, dazu unbekannte, allemal nette.<br \/>\nStadtr\u00e4te unter uns gibt es drei,<br \/>\ndie B\u00fcrgermeister jedoch haben frei.<br \/>\nRoland Stein vertritt die Verwaltung,<br \/>\nhalf Brigitte bei der Reisegestaltung.<br \/>\nWar ganz vereins-initiativ,<br \/>\ndiese Reise ins Leben sie rief.<br \/>\nB\u00fcrgerfahrten geh\u00f6ren zur ISPAS-Tradition,<br \/>\nUnd viele davon gab es auch schon,<br \/>\nF\u00fchrten in andere Partnerst\u00e4dte,<br \/>\nDabei war Dronfield das 1. Glied in der Kette.<\/p>\n<p>F\u00fcr fast alle ist Che\u0142m noch unbekannt,<br \/>\nF\u00fcr Dorothee jedoch vertrautes Land.<br \/>\nGenauso f\u00fcr Herrn Frohnmayer, nicht nur ein Altstadtrat,<br \/>\nSondern schon immerhin auch ein Mann der Tat.<br \/>\nUnd nat\u00fcrlich Peter Bausch. Wird wieder berichten<br \/>\nIn der SZ\/BZ allerlei bunte Geschichten.<\/p>\n<p>Beim Einchecken half&nbsp;eine emsige Mainzelfrau,<br \/>\nNahm alles sehr, sehr genau,<br \/>\ntippte unsere Daten gewissenhaft ein,<br \/>\nDaf\u00fcr gab&#8217;s dann einen Boarding Schein<br \/>\nUnd Sicherheitsleute lie\u00dfen bei Gate 159 uns ein.<\/p>\n<p>Unsere Vorfreude hat das Gef\u00fchl f\u00fcrs Warten verschoben<br \/>\nUnd waren wir erst einmal am Himmel oben,<br \/>\nBrachte uns <strong>Eurowings<\/strong> in kaum eineinhalb Stunden<br \/>\nNach <strong>Krakau<\/strong>, wo <strong>Yvonne<\/strong> uns gefunden.<br \/>\nKaum hatten wir n\u00e4mlich K\u00e4se- und Salamibr\u00f6tchen auch,<br \/>\nDazu Kaffee und Coke in unserem Bauch,<br \/>\nSetzten wir schon zum Landeflug an:<br \/>\nKrakau in Sicht und die Landebahn.<br \/>\nOhne Kontrolle reisten wir aus und hier ein,<br \/>\nkein Passgesuche, oh wie fein!<br \/>\nDas Wunder \u201aEuropa\u2018 ist zwar in Not,<br \/>\nAber selbst in Polen ist Schengen nicht tot.<\/p>\n<p>Unser Mercedes-<strong>Bus<\/strong> ist bequem, f\u00fchlen uns fast wie zu Haus.<br \/>\nIn der Wechselstube schnell Zloty getauscht,<br \/>\ndurch Industrievororte mehr gestaut als gerauscht,<br \/>\nBekommen wir nach einer Stunde gro\u00dfe Augen,<br \/>\nSteigen in einem Rosenparadies aus.<br \/>\nEs bl\u00fcht und gr\u00fcnt im Herrenhaus-Park,<br \/>\nNur der Fahrweg ist schmal, und zwar arg.<br \/>\nWir speisen gepflegt,<br \/>\nZum ersten Mal werden wir polnisch umhegt.<\/p>\n<p>Als wir weiterfahren wollen, sitzt unser Bus auf.<br \/>\nHaben wir etwa jetzt schon zu viele neue Pfunde drauf?<br \/>\nNoch vor der zweimal 3-G\u00e4nge-am-Tag-Kur.<br \/>\nErst sp\u00e4ter sieht man davon dann die Spur.<br \/>\nHier wird es wohl eher weicher Untergrund sein,<br \/>\nDoch [Bischeck], unser Fahrer, meistert die Probleme gut allein.<br \/>\nLiebliche Landschaft in harmonischem Licht,<br \/>\nUrlaubsstimmung, wie jeder sie mag,<br \/>\nUnd das gleich schon am 1. Tag.<br \/>\nYvonne st\u00f6rt auch die Schl\u00e4fer nicht.<br \/>\nSagt n\u00e4mlich nichts ins Mikrofon,<br \/>\nTrotzdem h\u00f6rt man einen hohen Dauerton.<br \/>\nLabert auf den Fahrer ein, der bleibt trotzdem wach,<br \/>\nUnd manch vorne Sitzende denkt: \u201cAch so ein Krach\u201c.<\/p>\n<p>Zentrale polnische Ebene, immer wieder Berge im Blick,<br \/>\nFruchtbares Land mit Beeren und Obstplantagen ohne Zahl.<br \/>\nYvonnes Missverst\u00e4ndnis von Kirschen und Kirchen eine schon<br \/>\nwieder nette Qual.<br \/>\nIhre Kommentare versteht man schwer,<br \/>\nGeben aber auch nicht viel her.<br \/>\nHier ein Schloss und dort ein Hexenbrauch,<br \/>\nAlles eben &#8222;seeehr aaalt und Museum auch&#8220;.<br \/>\nNiemand etwas vers\u00e4umt,<br \/>\nWenn er schon vom Superspiel abends tr\u00e4umt!<\/p>\n<p>Unterwegs noch ein Schlange-Stehen-Toiletten-Halt.<br \/>\nDas Warten verk\u00fcrzt man mit Wasserkauf und Bier, frisch und kalt.<br \/>\nAufkl\u00e4rung im Bus, Yvonnes Lektion,<br \/>\nAlkohol-Prozente \u2013 Sie wissen schon?<br \/>\n11 beim Bier gefallen mir,<br \/>\nDoch Wodka, 60, 70 Prozent und mehr &#8211;<br \/>\nSchon beim Drandenken wird&nbsp;der Kopf mir da schwer.<br \/>\nF\u00fcr Yvonne wird es lustig nach dem 2. Glas<br \/>\nund nach dem dritten hat sie so richtig viel Spa\u00df.<br \/>\nJetzt will sie, dass wir \u201eliedern\u201c, ein nettes Verb,<br \/>\nDa freut sich sogar mein Gartenzwerg.<br \/>\nDoch auf den kommt es weniger an.<\/p>\n<p>Wo bleiben die Informationen \u00fcber ihr Land?<br \/>\nHat sie sie unter dem Hut,<br \/>\nVersteckt sie sie gut.<br \/>\nWas sie sagt, was sie nicht sagt,<br \/>\nViele im Bus geh\u00f6rig plagt.<br \/>\nSoll die lange Fahrzeit einfach so weiter verstreichen<br \/>\nOder soll ich ein paar Grundinformationen weiterreichen?<br \/>\nSoll ich meinen eigenen Vorsatz brechen<br \/>\nUnd z.B. \u00fcber Geschichte sprechen,<br \/>\nOhne die heute man<br \/>\nPolen nicht verstehen kann?<\/p>\n<p>Ein Land reich an Kultur,<br \/>\nSlawische, deutsche, j\u00fcdische Traditionen,<br \/>\nDie sich befruchten, das Miteinander belohnen.<br \/>\nDazu tausend und f\u00fcnfzig Jahre Christentum,<br \/>\nPr\u00e4gten die Menschen, treiben sie um,<br \/>\nflei\u00dfig und t\u00fcchtig, im Schnittpunkt der Handelswege<br \/>\nSchufen sie Wohlstand, waren allen voraus und nicht tr\u00e4ge.<br \/>\nAndererseits Spielball,<br \/>\nTiefer Fall,<br \/>\nIm Machtpoker der Nachbarn das Land geteilt und zerrieben &#8211;<br \/>\n120 Jahre lang ist von Polen nichts \u00fcbrig geblieben.<br \/>\nDer Schrecken unz\u00e4hliger Kriege &#8211;<br \/>\nNur Verlierer, f\u00fcr wenige nur kurzfristige Siege.<br \/>\nNazi-Terror, Massenmord, doppelte Vertreibung,<br \/>\nDie Wende nach langer kommunistischer Diktatur,<br \/>\nStichw\u00f6rter nur.<br \/>\nRussland wird heute als Bedrohung empfunden,<br \/>\nHat man in Deutschland den Partner gefunden?<br \/>\nSeit die Oder-Nei\u00dfe-Grenze&nbsp;wird anerkannt,<br \/>\nIst die Gefahr aus dem Westen gebannt.<\/p>\n<p>Polen , ein gro\u00dfes Fl\u00e4chenstaat,<br \/>\nJetzt eine konservative, EU-skeptische, rechte Zentralregierung hat.<br \/>\n123 Menschen auf den Quadratkilometer nur,<br \/>\nWald, Feuchtgebiete, intakte Natur,<br \/>\nViele St\u00f6rche auf weiter und leerer Flur.<br \/>\nEs dunkelt schon, ist fast 21 Uhr,<br \/>\nAls Sauna- Zimmer uns schwitzen lassen im Kamena Hotel.<br \/>\nDann geht es ganz schnell:<br \/>\nGutes Essen im Restaurant um die Ecke<br \/>\nUnd dann mit vollem Magen unter die Decke.<br \/>\nOder den Fernseher an,<br \/>\nDamit man es glauben kann:<br \/>\nAus ist der EM-Meister-Traum,<br \/>\nIst zerronnen wie Schaum.<br \/>\nSind leider noch nicht bei Bieluch gewesen,<br \/>\nDem wei\u00dfen, weisen Geist in den Kreidestollen,<br \/>\nDurch die wir morgen &#8217;spazieren\u2018 wollen.<br \/>\nEr h\u00e4tte sicher unseren Endspiel-Wunsch erf\u00fcllt<br \/>\nUnd keinesfalls den franz\u00f6sischen Ehrgeiz gestillt.<\/p>\n<p><strong>Freitag, 08.07.16<\/strong><\/p>\n<p>Die Sonne lacht, der Tisch gedeckt,<br \/>\ndas Fr\u00fchst\u00fcck schmeckt.<br \/>\nWo fang ich an mit der Eindrucksflut,<br \/>\nDie uns heute erwarten tut?<br \/>\nNat\u00fcrlich bei Aneta und Joanna, unseren so netten Begleiterinnen von der Stadt<br \/>\nBeim Rundgang, der so viel Interessantes zu bieten hat.<br \/>\nFreundlich und ohne Hast &#8211;<br \/>\nsogar mit einer Geheimtipp-Super-Eis- Rast &#8211;<br \/>\n\u00dcben wir, richtig auszusprechen den Namen Che\u0142m, [<strong>Choom<\/strong>], &#8211;<br \/>\nHat &#8211; schon des Reimes wegen &#8211; einen Burgberg mit Bischofpalast und Dom.<\/p>\n<p>So gebildet und beschwingt<br \/>\nUns der doppelte Aufstieg wohl gelingt.<br \/>\nEntz\u00fccktes Rufen<br \/>\nnach 167 Stufen!<br \/>\nGro\u00dfartig der Blick vom Glockenturm auf Stadt und weites Land,<br \/>\nAuf Ziegel- und Zementwerk in der Ferne, linker Hand,<br \/>\nAuf Sp\u00e4tbarock, 18. Jahrhundert.<br \/>\nHaben Bischofspalast, Stadttor und Basilika bewundert.<br \/>\nAuch die russisch-orthodoxe Kirche besichtigen wir &#8211;<br \/>\nIn der alten Synagoge, gibt es heute statt Thora Steak und Bier.<br \/>\nVor 1939 lebten fast 50%&nbsp; Juden hier!<br \/>\nHolt uns die Vergangenheit schon ein?<\/p>\n<p>Viel weiter zur\u00fcck f\u00fchrt unser n\u00e4chster Besichtigungsschritt,<br \/>\nSchlappe, sagen wir 145 Millionen Jahre, in die Kreidezeit-<br \/>\nDabei kommt man zwar leicht aus dem Tritt,<br \/>\nDoch sind wir, gut gef\u00fchrt, gegen Gefahren gefeit,<br \/>\nBewegen uns durch kilometerlange Stolleng\u00e4nge&nbsp; in einer Unterwelt.<br \/>\nSchon im Mittelalter wurde gemei\u00dfelt unter den H\u00e4usern,<br \/>\nbegehrte Kreide zu gewinnen und dann zu ver\u00e4u\u00dfern,<br \/>\nbrachte den B\u00fcrgern viel Geld.<br \/>\nSo ausgeh\u00f6hlt stand die Stadt dann auf unsicherem Grund.<br \/>\nHeute str\u00f6men Touristen, ist f\u00fcr den Haushalt von Che\u0142m sehr gesund.<\/p>\n<p>Schon wieder haben wir \u00fcppig und gut zu Mittag gegessen,<br \/>\nSind bei hei\u00dfem Kaffee noch zusammengesessen,<br \/>\nHaben auf eigene Faust nachmittags weiter besichtigt,<br \/>\nEindr\u00fccke erg\u00e4nzt und berichtigt. &#8211;<br \/>\nZwar in der Gr\u00f6\u00dfe mit Sindelfingen vergleichbar,<br \/>\nIst Che\u0142ms bunter, urbaner Charme unerreichbar.<\/p>\n<p>Erholungspause oder Sch\u00f6nheitsschlaf auf dem Zimmer &#8211;<br \/>\nIch sage nur &#8222;Dorothee&#8220; &#8211; funktionieren immer.<br \/>\nMit dem Bus neuen Wohnbl\u00f6cken und Villen entlang,<br \/>\nGeht es zum st\u00e4dtischen Empfang<br \/>\nIm bekannten Restaurant am Anglersee.<br \/>\nDas Ambiente ist gro\u00dfartig, einfach \u201eschee\u201c!<br \/>\nDie Vorspeisenplatten lassen Magens\u00e4fte flie\u00dfen,<br \/>\nDoch nur mit den Augen k\u00f6nnen wir sie genie\u00dfen,<br \/>\ndenn niemand gibt das erl\u00f6sende Zeichen,<br \/>\nBis sie dann herrlich gebratenen Forellen weichen.<br \/>\nDann setzt Stadtrat Schneider-D\u00f6lker die richtigen Akzente,<br \/>\nChe\u0142ms B\u00fcrgermeister-Vize folgt ihm freundlich, behende.<br \/>\nDie Stimmung k\u00f6nnte besser nicht sein,<br \/>\nEs schmeckt das Bier, es schmeckt der Wein.<br \/>\nDoch das Allerbeste:<br \/>\nWir sind willkommene G\u00e4ste!<br \/>\nHier h\u00e4lt man&#8217;s aus,<br \/>\nGeht sp\u00e4t nach Haus.<\/p>\n<p><strong>Samstag, 09.07.16<\/strong><\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein Tag!<br \/>\nOb ich es mag<br \/>\nOder auch nicht,<br \/>\nEr passt nur schwer in ein Reisegedicht.<br \/>\nTrotzdem der Versuch zu einem Bericht. &#8211;<\/p>\n<p>Der Samstag fing ziemlich banal an:<br \/>\n7 Uhr Fr\u00fchst\u00fcck, 8 Uhr Abfahrt, war der neue Plan.<br \/>\nWar so angesetzt,<br \/>\nDamit wir nicht durch den Tag werden gehetzt.<br \/>\nLeider wurde er nicht umgesetzt.<br \/>\nT\u00fcren verschlossen, nicht kommuniziert,<br \/>\nWir warten geduldig, bis etwas passiert.<br \/>\nMit Versp\u00e4tung ist es dann soweit,<br \/>\nR\u00fchrei und Kaffee stehen bereit.<\/p>\n<p>Dann \u00dcberraschung Nummer 2:<br \/>\n<strong>Ewa<\/strong> ist ab jetzt mit dabei.<br \/>\nSie stellt sich vor, ist freundlich, elegant,<br \/>\nIst ganz einfach nur charmant.<br \/>\nWas wir an ihr haben, wird schnell uns klar,<br \/>\nSie ist ein Reiseleiterstar,<br \/>\nOhne professionelle Routine oder Distanz<br \/>\nK\u00fcmmert sie sich um alle und alles und das ganz.<br \/>\nUnd was mir besonders gut gef\u00e4llt,<br \/>\nSie erz\u00e4hlt aus ihrer eigenen Erlebniswelt,<br \/>\nEr\u00f6ffnet uns so einen Blick hinter Fassaden und Kulissen,<br \/>\nDen man sonst muss leider oft missen.<br \/>\nWichtige Zusammenh\u00e4nge werden erkl\u00e4rt<br \/>\nUnd Geschichte ist dabei ihr Steckenpferd.<\/p>\n<p>Die Fahrt nach <strong>Kozlowka<\/strong> ist ganz sch\u00f6n weit,<br \/>\nF\u00fchrt durch leicht gewellte Landschaft mit Urlaubseffekt.<br \/>\nEwa nutzt die zur Verf\u00fcgung stehende Zeit.<br \/>\nStorchennest auf Storchennest wird entdeckt,<br \/>\nMindestens je ein Junges in ihnen steckt,<br \/>\nSchlie\u00dflich ist &#8222;jeder 4.Storch ein Pole&#8220;,<br \/>\nEin klassisches Ewa-Zitat.<br \/>\nDoch was ist bei menschlicher Vermehrung sein Rat?<br \/>\nFehlt hier sogar im katholisch gepr\u00e4gten Polen die Tat?<br \/>\nSind die St\u00f6rche zu sehr mit Froschschenkeln besch\u00e4ftigt<br \/>\nOder liegt es am Glauben,<br \/>\nDer Plastikstorch aus China w\u00fcrde alles besorgen?<\/p>\n<p>Gut vorbereitet kommen wir an im Schloss,<br \/>\nWo hoher polnischer Adel das Leben kr\u00e4ftig genoss,<br \/>\nwie die F\u00fchrung uns deutlich zeigte.<br \/>\nUrspr\u00fcnglich im 18. Jahrhundert gebaut,<br \/>\nwurden Architekten und K\u00fcnstler mit Erweiterungen betraut.<br \/>\nKein Zamoyski jedoch das Verm\u00f6gen vergeigte,<br \/>\nsondern durch Heirat weiter vermehrte.<br \/>\nEiner jedoch nur die sch\u00f6ne Sophie begehrte.<br \/>\nUnz\u00e4hlige Bilder von ihr<br \/>\nMit Kussmund hier,<br \/>\nL\u00e4chelnd dort.<br \/>\nWundervolle Kachel\u00f6fen, wertvolle M\u00f6bel an jedem Ort,<br \/>\nMonumentale Bilder, meist Kopien, in goldenen Rahmen,<br \/>\nJeder Quadratzentimeter Wand belegt von den Ahnen.<br \/>\nGeschmackvoll bepflanzt und gestaltet der Park.<\/p>\n<p>Auf dem Weg nach Lublin schnelles Mittagessen,<br \/>\nIn n\u00fcchternem Saal, den kannste vergessen.<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfstadt <strong>Lublin<\/strong> \u2013 erste Eindr\u00fccke nehmen wir auf,<br \/>\nHier nahm die kommunistische Nachkriegsgeschichte ihren Lauf.<br \/>\nWar einst wichtiges Handelszentrum,<br \/>\nUnd ging\u2018s um Rabbiner, die j\u00fcdische Uni k\u00fcmmerte sich drum.<br \/>\n350.000 Einwohner hat heute die Stadt, aber nur wenig Arbeitspl\u00e4tze.<br \/>\nIn den Kohlerevieren im Norden erf\u00fcllen v.a. Maschinen die F\u00f6rders\u00e4tze.<br \/>\nF\u00fcr die 100.000 Studenten in Lublin liegt Zukunft nicht in ihrer Hand.<br \/>\nViele von ihnen werden keine Arbeit finden im Land,<br \/>\nsind zur Auswanderung verbannt<br \/>\nMit Folgen f\u00fcr Polen in vielen Bereichen:<br \/>\nEin Aderlass der Eliten &#8211;<br \/>\nEinst auch zu Vorteil und Freude der Briten<br \/>\nHeute jedoch sind sie nicht mehr so wohl gelitten.<\/p>\n<p>Am Parkplatz unter dem Schloss wartet schon <strong>Silvia<\/strong> in blauem Gewand,<br \/>\nunsere <strong>Stadtf\u00fchrung<\/strong> liegt ganz in ihrer Hand .<\/p>\n<p>Nur eine brennende Lampe erinnert an das einstige Ghetto der Juden,<br \/>\nHeute ist hier ein Park voller Musikfestival-Buden.<br \/>\nNoch rechtzeitig sind wir in der Burg angekommen.<br \/>\nEin m\u00e4chtiger, ziegelgemauerter Rundturm dominiert den Innenhof,<br \/>\nGegen\u00fcber steht fremd ein Gef\u00e4ngnisblock,&nbsp; ist ziemlich doof.<\/p>\n<p>Wir besichtigen die Schlosskapelle,<br \/>\nin Lublin wohl die sch\u00f6nste Stelle:<br \/>\nein wunderbarer, zweigeschossiger gotischer Bau,<br \/>\nstellt einmalige Fresken zur Schau<br \/>\nim Gew\u00f6lbe, an Pfeilern und W\u00e4nden,<br \/>\n1418 gestaltet von K\u00fcnstlerh\u00e4nden.<br \/>\nHeilsgeschichte als gro\u00dfartiges Bilderbuch,<br \/>\nnach byzantinisch-russischem Vorbild, jedoch nicht starr wie Ikonen,<br \/>\nSondern lebendig erz\u00e4hlt mit vielen Details, die sich lohnen.<\/p>\n<p>Drau\u00dfen hat sich inzwischen eine dunkle Wand aufgebaut,<br \/>\nWindlos wurden bedrohliche Wolken gestaut.<br \/>\nDas Stadttor bietet Schutz, als der Regen prasselt<br \/>\nUnd Silvia die Erkl\u00e4rungen vermasselt.<br \/>\nAber unerm\u00fcdlich redet sie gegen N\u00e4sse und schleichende M\u00fcdigkeit an.<br \/>\nDas Verlangen nach einem Sitzplatz mit Kaffee ist leider nicht in ihrem Plan.<br \/>\nRestaurierte H\u00e4user stehen neben trostlosem Zerfall,<br \/>\nweil Eigentumsverh\u00e4ltnisse noch nicht gekl\u00e4rt sind \u00fcberall.<br \/>\nEs gibt auf unserem Weg blo\u00dfe Regen-Unterstand-Stationen,<br \/>\nAber auch viele Besichtigungs-Sensationen.<br \/>\nSilvia spricht wiederholt &#8211; nicht ohne innere R\u00fchrung &#8211;<br \/>\nVon einer&nbsp; &#8222;ziemlich chaotischen&#8220; F\u00fchrung.<br \/>\nSie hatte es heute ziemlich schwer,<br \/>\nZumal die Zeit dr\u00e4ngte<br \/>\nUnd zum n\u00e4chsten Ziel uns lenkte.<br \/>\nSo manches Mal w\u00e4re weniger mehr!<\/p>\n<p>Laut Reiseagentur wir nur am Zaun des Lagers stehen sollten,<br \/>\nDoch das war ganz und gar nicht, was wir wollten.<br \/>\nAlso wurde nach Protest schon morgens umdisponiert,<br \/>\nwurde schnell und gut improvisiert,<br \/>\nund uns \u00f6ffneten sich die Schranken zur H\u00f6lle!<\/p>\n<p>Sehr sachlich und doch engagiert<br \/>\nwurden wir von Silvia hervorragend gef\u00fchrt.<br \/>\nLie\u00df Raum f\u00fcr Fragen und Gedanken.<br \/>\nDaf\u00fcr wir ganz herzlich ihr danken!<\/p>\n<p><strong>Majdanek<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>&#8222;Der Mensch ist des Menschen Wolf.&#8220;<\/strong><\/em> (Hobbes)<\/p>\n<p>Konfrontiert mit dem Grauen,<br \/>\nIn tiefste Abgr\u00fcnde wir schauen.<br \/>\n800.000 Paar Schuhe in der Lagerhalle\u2026<br \/>\nDer Himmel vergraut, Regen f\u00e4llt,<br \/>\nHunderte Raben steigen auf, schw\u00e4rzen den Himmel.<br \/>\nGaskammer und Krematorium,<br \/>\nFragen treiben uns um.<br \/>\nStimmen verstummen.<br \/>\nGedanken kreisen.<br \/>\nWo w\u00e4re ich gewesen?<br \/>\nIch kann mir nichts beweisen!<\/p>\n<p>&#8222;Das Gl\u00fcck der Sp\u00e4tgeborenen&#8220; &#8211;<br \/>\nDoch haben wir aus dem dunkelsten Kapitel unserer Geschichte gelernt?<br \/>\nStellen wir uns den Herausforderungen unserer Zeit<br \/>\nOder sitzen wir blo\u00df in unseren Wohlstandsnischen<br \/>\nUnd lassen Fundamentalisten im Tr\u00fcben fischen??<br \/>\nWie sieht wohl unsere Zukunft aus?<br \/>\nKommen wir \u00fcber Hobbes hinaus<br \/>\nOder sind und bleiben wir W\u00f6lfe??!<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nEin Schlafwagenexpress bringt uns zur\u00fcck ins Hotel,<br \/>\nErsch\u00f6pft &#8211; doch wir erholen uns schnell.<br \/>\nDorothee hat einen besonderen Abend geplant,<br \/>\nDer entwickelt sich zum Gegenpol,<br \/>\nTut uns allen sehr wohl.<br \/>\nUnd mancher hat davon gar nichts geahnt.<br \/>\nWir haben G\u00e4ste,&nbsp; <strong>Che\u0142ms Deutschlehrerinnen<\/strong> sind eingeladen,<br \/>\nK\u00f6nnen in Deutsch sich heute baden,<br \/>\nBeseitigen f\u00fcr uns die Sprachbarriere.<br \/>\nSie haben sich viel Zeit genommen und sind &#8211; f\u00fcr uns eine Ehre &#8211;<br \/>\nAlle trotz Ferien in das Restaurant gekommen.<br \/>\nHei\u00dft &#8222;Hundert Freunde&#8220;, klingt wie ein Reise-Motto<br \/>\nUnd heute besonders, fast wie der Hauptgewinn im Lotto.<br \/>\nEin \u00fcppiges B\u00fcffet \u00fcberquillt von Delikatessen<br \/>\nUnd l\u00e4ngst nicht alles wird&nbsp;auch aufgegessen .<br \/>\nDoch f\u00fcr den Nachtisch ist immer noch Platz,<br \/>\nUnserer war dazu auch ein <strong>literarischer Schatz<\/strong>:<br \/>\nTinten-Tunke,<br \/>\nCornelia Funke,<br \/>\nGoethe und Fontane,&nbsp; gerappt und gelesen,<br \/>\nDazu jede Menge Unterrichtsmaterial,<br \/>\nB\u00fccher, CDs, Filme in gro\u00dfer Zahl,<br \/>\nPraktische Hilfe f\u00fcr die Klassen allemal.<br \/>\nPartnerschaft ist kein abstraktes Ideal, kein totes Papier,<br \/>\nUnd unsere Reise zeigt das hier.<\/p>\n<p><strong>Sonntag, 10.07.16<\/strong><\/p>\n<p>Das fr\u00fche Fr\u00fchst\u00fcck&nbsp; hat heute prima geklappt,<br \/>\nSonntags-Sonne wird zwischen den Wolken ertappt,<br \/>\nDie Koffer verladen,<br \/>\nSind wir bereit f\u00fcr neue Besichtigungs-Taten.<br \/>\nUnd trotz Programmvarianten&nbsp; sitzt p\u00fcnktlich ein jeder im Bus.<br \/>\nEin <strong>Ausflug in die Natur<\/strong> ist bei so einem Himmel ein Muss!<\/p>\n<p>Apropos Himmel: Wisst ihr, dass weder Sowjets, geschweige denn Zaren,<br \/>\nNoch Amis die ersten im Weltraum waren?<br \/>\nEs m\u00fcssen Polen gewesen sein, und zwar schon vor vielen, vielen Jahren.<br \/>\nDas l\u00e4sst sich beweisen: Blickt einfach nach oben<br \/>\nund im Nachthimmel droben<br \/>\nSeht ihr einen gro\u00dfen Wagen stehen.<br \/>\nAber habt ihr den je einmal <span style=\"text-decoration: underline;\">mit<\/span> seinen vier R\u00e4dern gesehen? &#8212;<\/p>\n<p>Ein bl\u00f6der Witz,<br \/>\nStammt nicht vom Fritz,<br \/>\nSpiegelt Vorurteile und Klischees, die uns manipulierbar machen.<br \/>\nDagegen setzen wir auf Partner, Begegnung und Information,<br \/>\nWie auf ISPAS Reisen, bei uns klappt das schon.<br \/>\nWir k\u00f6nnen fragen, diskutieren, gemeinsam lachen<br \/>\n\u00dcber pers\u00f6nliche und auch politische Sachen.<br \/>\nDie einzige, die uns gegen\u00fcber etwas entgleiste,<br \/>\nSa\u00df in der Hotelrezeption &#8211; unter wei\u00dfer Bluse sie vereiste.<\/p>\n<p>Freundlich und hilfsbereit, diszipliniert die Jungen schon<br \/>\nEindrucksvoll in ihren Feriengruppen.<br \/>\nPropere G\u00e4rten und&nbsp;D\u00f6rfer mit sauberen Wegen,<br \/>\nDie EU und F\u00f6rdergelder f\u00fcr Polen ein warmer Regen<br \/>\nAuffallend, wie viele neue H\u00e4user hier stehen.<br \/>\nWachsendem Wohlstand kann man hier sehen..<br \/>\nAndererseits in der Region die Pleite der Zuckerfabriken,<br \/>\nFabrikruinen sind hinter B\u00e4umen zu erblicken.<br \/>\nUnd auch die vielen tausend Spargelb\u00e4ume,<br \/>\nCharakteristische Kiefern, Wald als Stra\u00dfens\u00e4ume,<br \/>\nWerden nicht mehr in lokalen Fabriken als Papier enden.<br \/>\nWo wird man sie denn verwenden?<br \/>\nVon Ewa gibt\u2019s Antworten und gibt es noch einmal Geschichte:<br \/>\nHeidnische Kosaken, Tataren, Pruzzen und Osmanen<br \/>\nSich kriegerisch den Weg durch Polen bahnen,<br \/>\nSchweden und Deutsch-Orden-Heer<br \/>\nVerw\u00fcsten das Land schwer.<br \/>\nWei\u00dfer Adler auf rotem Grund, Unschuld und Blut, tragische Berichte.<\/p>\n<p>In Zamosc [Samosch]&nbsp; <strong>Silvia<\/strong> uns wieder als Reiseleiterin erwartet.<br \/>\nWas gibt heute ihr Kleiderschrank her?<br \/>\nWinkt am Stra\u00dfenrand, bald sehen wir mehr.<br \/>\nWie ist sie wohl heute fr\u00fch in Lublin gestartet?<br \/>\nGruppenbewegende Fragen<br \/>\nZu Silvias Inszenierungsgaben!<br \/>\nWieder mit schmiegsamem Schal,<br \/>\nWieder mit Kunsthandwerk behangen,<br \/>\nBis in die Schuhe gestylt, kein Detail ist egal!<br \/>\nMit Geschmack zusammengestellt<br \/>\nIst ihre modische Farbenwelt.<\/p>\n<p>Nach kurzer Fahrt ein erster Stopp in der Natur,<br \/>\nHier ganz gez\u00e4hmt, wieder Besitz der Zamoskis,<br \/>\nDer reichsten Familie im Land bis in die Kommunistenzeit,<br \/>\nEinst Kanzler und K\u00f6nigsmacher und immer profit-bereit.<br \/>\nGepflegte Wege, ohne die h\u00e4ufigen Stolperfallen, den so gemeinen,<br \/>\nWo Abs\u00e4tze versinken in tiefen Spalten zwischen den Steinen.<br \/>\nFont\u00e4ne im See, die Kirche im Park, daneben die Brauerei,<br \/>\nLocken Touristen und Einheimische&nbsp; herbei.<\/p>\n<p>Imposant die Kirche in <strong>Gorecko Koscielne<\/strong> ganz aus Holz,<br \/>\nOffensichtlich vieler Polen ihr Stolz.<br \/>\nKurort in guter Luft<br \/>\nMit bet\u00f6rendem Kr\u00e4uterduft.<br \/>\nDer Kreuzweg f\u00fchrt zu Eichen im Hain,<br \/>\nWerden hunderte, vielleicht tausend Jahre alt sein.<br \/>\nBei <strong>Stopp Nummer drei<\/strong><br \/>\nSind nicht alle dabei.<br \/>\nWir sind im <strong>Urwald<\/strong> angekommen,<br \/>\nGesch\u00fctzte gr\u00fcne Natur und ein Bach h\u00fcpft in Wellen<br \/>\n\u00dcber geologische Schwellen,<br \/>\nQuasi Klein-Wasserf\u00e4llen.<br \/>\nIhm entlang f\u00fchrt unser idyllischer Weg,<br \/>\nFelsen, B\u00e4ume, auch so mancher Steg.<br \/>\nJedoch ger\u00e4t er wohl zu steil, zu schnell und zu lang,<br \/>\nAber Silvia wird es dabei gar nicht bang.<\/p>\n<p>Mittagessen im n\u00e4chsten Ort,<br \/>\nM\u00fcssen nach 45 Minuten wieder fort.<br \/>\nDie Suppe dampft schon am Platz,<br \/>\nDann Fleisch mit Buchweizengr\u00fctze, viel gelobter Kartoffelersatz,<br \/>\nDanach leckerer Aprikosenkuchen,<br \/>\nNach noch besserem m\u00fcsste man tagelang suchen.<\/p>\n<p><strong>Zamosc<\/strong> wird eingef\u00fcgt als n\u00e4chstes Ziel,<br \/>\nWo Silvia uns verlassen will.<br \/>\nJan Zamoyski&nbsp; &#8211; Ende 16. Jahrhundert &#8211; hei\u00dft wieder der Gr\u00fcnder,<br \/>\nAngelte sich den Italiener Morando als seinen Stadterfinder,<br \/>\nDer plante eine befestigte Stadt mit s\u00fcdlichem Flair,<br \/>\nDas Rathaus mit Marktplatz und reichen B\u00fcrgerh\u00e4usern geben was her,<br \/>\nAusgelobt zum Weltkulturerbe,<br \/>\ndamit keines der bunten Geb\u00e4ude verderbe.<br \/>\nIm Schatten unter dem Sonnenschirm vor den Renaissance-Fassaden<br \/>\nunsere Geschmacks- Papillen in Kaffee und Eis sich wundersam baden.<\/p>\n<p>Kostbaren Perlen gleich , die <strong>Weichsel<\/strong> als verbindendes Band,<br \/>\nLagen einst reiche Handelsst\u00e4dte,&nbsp; Sandomierz [Sandomesch]&nbsp; und Krakau seien genannt.<br \/>\nDie Fahrt zum heutigen Etappenziel n\u00fctzt Ewa zur letzten Lektion,<br \/>\nIn Sandomierz verl\u00e4sst sie uns dann schon.<br \/>\nKasimir III., auch der Gro\u00dfe genannt , ver\u00e4nderte seinen Staat.<br \/>\nSchuf, bis er 1370 starb, moderne Strukturen,<br \/>\nGr\u00fcndete die 1. Universit\u00e4t, hinterlie\u00df ein \u201ePolen aus Stein\u201c,<br \/>\nSo sagt man hier stolz,<br \/>\nDenn geerbt hatte er noch ein \u201ePolen aus Holz\u201c.<\/p>\n<p>Der Handel bl\u00fchte \u00fcberall auf<br \/>\nNahm nach &#8222;<strong>Magdeburger Recht<\/strong>&#8220; seinen Lauf,<br \/>\nMachte die Kaufleute frei f\u00fcr ihre Gesch\u00e4fte<br \/>\nEinschr\u00e4nken durfte der Adel nicht ihre Kr\u00e4fte.<br \/>\nHatten ihre eigene Gerichtsbarkeit,<br \/>\nwaren weltoffen und m\u00e4chtig in ihrer Zeit.<\/p>\n<p>\u00dcber der Weichsel liegt <strong>Sandomierz<\/strong>, die sch\u00f6ne Stadt<br \/>\nMit Burg und Tor,<br \/>\nDie Klosterkirche, reine Romanik, auf dem H\u00fcgel davor.<br \/>\nGotisch und eindrucksvoll die gro\u00dfe gotische Kathedrale,<br \/>\nsteht eher geduckt etwas im Tale,<br \/>\nDas Rathaus aber,&nbsp;ein m\u00e4chtiger Backsteinbau, macht vor Staunen uns platt.<\/p>\n<p>Ideal gelegen ist unser Hotel,<br \/>\nIn der Altstadt ist man deshalb ganz schnell.<br \/>\nZudem kommt das \u201a\u00fcbersichtliche\u2018 Abendb\u00fcffet Kalorienbewussten entgegen,<br \/>\nUm den Teller zu f\u00fcllen, muss man sich eben mehrmals vom Tische bewegen.<br \/>\nWir genie\u00dfen die laue Sommernacht,<br \/>\nGenie\u00dfen die genial beleuchtete Bauwerkpracht,<br \/>\nSitzen am Marktplatz lang drau\u00dfen<br \/>\nUnd lassen das EM- Endspiel sausen.<\/p>\n<p><strong>Montag, 11.07.16<\/strong><\/p>\n<p>Aus Krakau angereist ist ein neuer Begleiter,<br \/>\n[<strong>Lescheck<\/strong>] wird unser 4. Reiseleiter.<br \/>\nNur [<strong>Bischeck<\/strong>]&nbsp; sitzt weiter am Steuer,<br \/>\nDas ist wichtig, sogar ungeheuer,<br \/>\nDenn bei ihm f\u00fchlen sich alle geborgen<br \/>\nWie in Abrahams Scho\u00df, ganz ohne Sorgen<br \/>\nF\u00fcr heute und morgen.<br \/>\nIn <strong>Krakau<\/strong> angekommen,<br \/>\nHat [Lescheck] uns gleich auf die <strong>Burg<\/strong> mitgenommen.<br \/>\nIst ein drahtiger Mann,<br \/>\nDer Geschichte gut kann,<br \/>\nWei\u00df zu allem <strong>Geschichten<\/strong> dazu,<br \/>\nSchaffen Hintergr\u00fcnde, machen anschaulich und lebendig in Nu.<br \/>\nIst dabei immer in schneller Bewegung,<br \/>\nUnd da der Tag sonnig und hei\u00df,<br \/>\nFlie\u00dft literweise Touristenschwei\u00df.<\/p>\n<p>Zum Abenteuer wird der Gang durch die <strong>Kathedrale<\/strong>,<br \/>\nHier wird uns gar nichts geschenkt.<br \/>\nDurch&nbsp; Kapellen und Gruften er unsere Schritte lenkt,<br \/>\nZu K\u00f6nigsgr\u00e4bern, Dichtern und Freiheitshelden,<br \/>\nStellen f\u00fcr Polen fast Wallfahrtsorte dar.<br \/>\nDie Kombination sieht man bei uns eher selten.<br \/>\nKatyn und Flugzeugabsturz, der j\u00fcngste Geschichte war,<br \/>\nRussland als Feind immerdar.<br \/>\nAuch auf den Turm sind wir gestiegen,<br \/>\nkletterten wie G\u00e4msen,<br \/>\nnichts kann Wissensdurst bremsen,<br \/>\nUnd nur wenige sind unten geblieben.<br \/>\nDer Rundgang durch die alte Stadt beeindruckt uns sehr:<br \/>\nGro\u00dfz\u00fcgige Stra\u00dfen, der Markthallenbau auf dem Riesenplatz, Kirchen und noch vieles mehr.<\/p>\n<p>Zum letzten Mal ist die Gruppe zusammengesessen,<br \/>\nHat noch einmal gut zu Mittag gegessen.<br \/>\nEin schneller Blick in den Hof der alten Universit\u00e4t,<br \/>\nDann ziemlich gehetzt, damit wir im Hotel nicht zu sp\u00e4t ,<br \/>\nWo Bus und Gep\u00e4ck uns erwarten.<\/p>\n<p>Die Zimmer bezogen, [<strong>Lescheck<\/strong>] macht \u00dcberstunden,<br \/>\nBietet noch an, uns in der <strong>Marienkirche<\/strong> zu f\u00fchren,<br \/>\nDenn Vieles gibt es da zu bestaunen, zu studieren.<br \/>\nEine Gruppe hat sich zusammengefunden,<br \/>\nWer sich nicht schont,<br \/>\nWird f\u00fcr die Anstrengung reichlich gelohnt.<br \/>\n[Lescheck] \u00f6ffnet uns die Augen, staunen vor einem Vier-Fl\u00fcgelaltar,<br \/>\nWahrlich ein Prachtexemplar,<br \/>\nSchnitzkunst in h\u00f6chster Vollendung:<br \/>\n\u00dcberlebensgro\u00dfe Figuren, Heilsgeschichte plastisch erz\u00e4hlt,<br \/>\nSzenen sorgsam ausgew\u00e4hlt:<br \/>\nMarias Leben vom Beginn ihrer Sendung.<br \/>\nAlt geworden sind nur ihre H\u00e4nde,<br \/>\nIhr Tod aber bedeutet nicht Ende,<br \/>\nErst Himmelfahrt und Kr\u00f6nung begrenzen den Altar,<br \/>\ndessen Sch\u00f6pfer Ende des 14.Jahrhunderts ein Schwabe war.<br \/>\nVeith Sto\u00df, der gro\u00dfe Meister aus Horb.<\/p>\n<p>Auch jetzt gab uns [Lescheck] noch keinen Korb.<br \/>\nEinmal in Form,<br \/>\nBleibt sein Tatendrang weiter enorm.<br \/>\nMit der Stra\u00dfenbahn fahren wir nach <strong>Kazimierz<\/strong>,<br \/>\nDem Vorort, wo Juden einst im \u201eSchtedl\u201c wohnten,<br \/>\nWo Arbeiten in Schindlers Fabrik sie vielleicht vom Nazi-Mord verschonten.<br \/>\nIm Stadtteil ist das Leben zur\u00fcck,<br \/>\n\u00dcberall gibt es abends Klezmer-Musik .<br \/>\nAuch die Synagogen sind wieder offen,<br \/>\nLassen f\u00fcr die Zukunft hoffen.<\/p>\n<p>Pl\u00e4ne f\u00fcr den Abend werden gemacht.<br \/>\nDas Gruppen-Programm ist vorbei<br \/>\nund so haben wir frei.<br \/>\nIst das auch gut bedacht?<br \/>\nUnser Hotel Royal<br \/>\nLiegt ganz zentral,<br \/>\nMacht alles m\u00f6glich.<br \/>\nIn den Stra\u00dfen pulsierendes Leben,<br \/>\nKrakau beleuchtet ist wunderbar eben.<\/p>\n<p><strong>Dienstag, 12.07.16<\/strong><\/p>\n<p>Fr\u00fchst\u00fcck, Koffer verladen, alle sitzen im Bus,<br \/>\nRegen auf der Fahrt,<br \/>\nP\u00fcnktlicher Start,<br \/>\n80 Minuten Flug und schon ist Schluss.<br \/>\nNach Sifi mit Bahn bzw. Hassler-Bus<br \/>\nMit vielen Eindr\u00fccken und Erinnerungen zur\u00fcck,<br \/>\n37 Polenreisende im Gl\u00fcck.<br \/>\nGelungen ist die Reise, wie ich fand,<br \/>\nin unser \u00f6stliches Nachbarland,<br \/>\nSo fern, so nah,<br \/>\nF\u00fcr Begegnungen der Menschen ist <strong>ISPAS<\/strong> da.<\/p>\n<p>Uli Fritz<\/p>\n<figure id=\"attachment_3460\" aria-describedby=\"caption-attachment-3460\" style=\"width: 1029px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3460\" src=\"http:\/\/www.ispas-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Chelm_Gruppenbild_2016.jpg\" alt=\"Bild: Peter Bausch\" width=\"1029\" height=\"750\"><figcaption id=\"caption-attachment-3460\" class=\"wp-caption-text\">Bild: Peter Bausch<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_3461\" aria-describedby=\"caption-attachment-3461\" style=\"width: 630px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3461\" src=\"http:\/\/www.ispas-ev.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Chelm_Kirche_2016.jpg\" alt=\"Bild: Uli Fritz\" width=\"630\" height=\"459\"><figcaption id=\"caption-attachment-3461\" class=\"wp-caption-text\">Bild: Uli Fritz<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ISPAS-B\u00fcrgerreise nach Che\u0142m, 07. \u2013 12. 07. 2016. 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